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Weihnachtsgedichte ------------------ |
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Weihnachtsgedicht. Eine kleine Sammlung von Weihnachtsgedichten.
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Der Traum Ich lag und schlief; da träumte
mir ein wunderschöner Traum: es stand auf unserm Tisch vor
mir ein hoher Weihnachtsbaum. Und bunte Lichter ohne Zahl,
die brannten ringsumher; die Zweige waren allzumal von goldnen
Äpfeln schwer. Und Zuckerpuppen hingen dran; das war mal
eine Pracht! Da gab's, was ich nur wünschen kann und was mir
Freude macht. Und als ich nach dem Baume sah und ganz verwundert
stand, nach einem Apfel griff ich da, und alles, alles schwand.
Da wacht' ich auf aus meinem Traum, und dunkel war's um mich. Du
lieber, schöner Weihnachtsbaum, sag' an, wo find ich dich?
Da war es just, als rief' er mir: " "Du darfst nur artig sein; dann
steh' ich wiederum vor dir; jetzt aber schlaf nur ein! "Und wenn
du folgst und artig bist, dann ist erfüllt dein Traum, dann
bringet dir der heil'ge Christ den schönsten Weihnachtsbaum."
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben 1798 - 1874
Gebet eines kleine Knaben an den heiligen Christ Du lieber
heil'ger frommer Christ, der für uns Kinder kommen ist, damit wir
sollen weiß und rein und rechte Kinder Gottes sein, Du
Licht vom lieben Gott gesandt, in unser dunkles Erdenland, du
Himmelskind und Himmelschein, damit wir sollen himmlisch sein: Du
lieber heil'ger frommer Christ, weil heute dein Geburtstag ist, drum
ist auf Erden weit und breit, bei allen Kindern frohe Zeit. O
segne mich! ich bin noch klein, o mache mir den Busen rein! O bade mir
die Seele hell in deinem reichen Himmelsquell! Daß ich wie
Engel Gottes sei in Demut und in Liebe treu, daß ich dein bleibe
für und für, du heil'ger Christ, das schenke mir! Ernst
Moritz Arndt 1769 - 1860 In der Christnacht
O Winterwaldnacht, stumm und hehr mit deinen eisumglänzten
Zweigen, lautlos und pfadlos, schneelastschwer - wie ist das
groß, dein stolzes Schweigen! Es blinkt der Vollmond klar und
kalt; in tausend funkelharten Ketten sind festgeschmiedet Berg und
Wald, nichts kann von diesem Bann erretten. Der Vogel fällt,
das Wild bricht ein, der Quell erstarrt, die Fichten beben; so ringt
den großen Kampf ums Sein ein tausendfaches, banges Leben.
Doch in den Dörfern traut und sacht, da läuten heut' zur Welt
hienieden die Weihnachtsglocken durch die Nacht ihr Wunderlied - vom
ew'gen Frieden. Karl Stieler 1842 - 1885
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