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Was das Christkind sagt Das Christkindlein bin
ich genannt, den frommen Kindern wohl bekannt, die ihren Eltern
gehorsam sein, die früh aufstehn und beten gern, denen will ich
alles bescher'n. Die aber solche Holzblöck sein, die schlagen ihre
Schwesterlein und necken ihre Brüderlein, steckt Ruprecht in den
Sack hinein. Des Knaben Wunderhorn (ca. 1806 - 1808)
Der Weihnachtsauszug Bald kommt die liebe
Weihnachtszeit, worauf die ganze Welt sich freut; das Land, so weit man
sehen kann, sein Winterkleid hat angetan. Schlaf überall; es hat
die Nacht die laute Welt zur Ruh gebracht, - kein Sternenlicht, kein
grünes Reis, der Himmel schwarz, die Erde weiß. Da
blinkt von fern ein heller Schein. - Was mag das für ein Schimmer
sein? Weit übers Feld zieht es daher, als ob's ein Kranz von
Lichtern wär', und näher rückt es hin zur Stadt,
obgleich verschneit ist jeder Pfad. Ei seht, ei seht! Es kommt heran!
O, schauet doch den Aufzug an! Zu Roß ein wunderlicher Mann
mit langem Bart und spitzem Hute, in seinen Händen Sack und Rute.
Sein Gaul hat gar ein bunt Geschirr, von Schellen dran ein blank
Gewirr; am Kopf des Gauls, statt Federzier, ein Tannenbaum voll
Lichter hier; der Schnee erglänzt in ihrem Schein, als wär's
ein Meer voll Edelstein. - Wer aber hält den Tannenzweig? Ein
Knabe, schön und wonnereich; 's ist nicht ein Kind von unsrer Art,
Hat Flügel an dem Rücken zart. - Das kann fürwahr nichts
anders sein, als wie vom Himmel ein Engelein! Nun sagt mir, Kinder, was
bedeut't ein solcher Zug in solcher Zeit? - - Was das bedeut't? Ei,
seht doch an, da frag' ich grad' beim Rechten an! Ihr schelmischen
Gesichterchen, ich merk's ihr kennt die Lichterchen, kennt schon den
Mann mit spitzem Hute, kennt auch den Baum, den Sack, die Rute.
Der alte bärt'ge Ruprecht hier, er pocht' schon oft an eure
Tür; droht' mit der Rute bösen Buben; warf Nüss' und
Äpfel in die Stuben für Kinder, die da gut gesinnt. - - Doch
kennt ihr auch das Himmelskind? Oft bracht' es ohne euer Wissen, wenn
ihr noch schlieft in weichen Kissen, den Weihnachtsbaum zu euch ins
Haus, putzt' wunderherrlich ihn heraus; Geschenke hing es bunt
daran und steckt' die vielen Lichter an; flog himmelwärts und
schaute wieder von dort auf euren Jubel nieder. O Weihnachtszeit,
du schöne Zeit, so überreich an Lust und Freud'! Hör
doch der Kinder Wünsche an und komme bald, recht bald heran, und
schick' uns doch, wir bitten sehr, mit vollem Sack den Rupprecht her.
Wir fürchten seine Rute nicht, wir taten allzeit unsre Pflicht.
Drum schick' uns auch den Engel gleich mit seinem Baum, an Gaben reich.
O Weihnachtszeit, du schöne Zeit, worauf die ganze Welt sich
freut! Robert Reinick 1805 - 1852
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